PRESSEMITTEILUNG: Gemeinsam handeln, Femizide verhindern

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2025 erinnert der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) an die erschreckende Zahl von Femiziden. Laut „Bundeslagebild Häusliche Gewalt“ stieg von 2022 auf 2023 die Zahl der Femizide in Deutschland von 133 auf 155 an – fast jeden zweiten Tag wird eine Frau von ihrem aktuellen oder früheren Partner getötet.

„Femizide sind das Ergebnis von Gewalt und Missachtung, die nicht früh genug erkannt und nicht entschieden genug bekämpft wurden. Diese Verbrechen können verhindert werden – aber nur, wenn verschiedene Stellen, wie Polizei, Justiz und Beratungsstellen, frühzeitig und effektiv zusammenarbeiten“, sagt die Geschäftsführerin des bff, Katja Grieger.

Der bff fordert, dass bei sogenannten Hochrisikofällen von Gewalt gegen Frauen der Austausch und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteur*innen konsequent verbessert werden. Nur so können Tötungsdelikte im Vorfeld verhindert werden.

Anlässlich des Internationalen Frauentages stellt der bff daher die neue Broschüre „Femizide verhindern“ vor. Diese praxisorientierte Handreichung zeigt anhand konkreter Beispiele aus der Arbeit der Fachberatungsstellen, wie eine frühzeitige Risikoeinschätzung und der Einsatz von Schutzmaßnahmen im Umgang mit gefährdeten Frauen aussehen können. Die Broschüre legt jeweils in drei Schritten dar, wie die Ausgangssituation und Gewaltereignisse bewertet werden, wie Warnsignale erkannt und eine Risikoeinschätzung durchgeführt wird und welche Schutzmaßnahmen in der Praxis ergriffen werden können.

Die Broschüre basiert auf der Expertise der Fachberatungsstellen, die im bff organisiert sind, und bietet so einen wertvollen Leitfaden für Fachkräfte. Nur wenn alle Verantwortung übernehmen und handeln, kann Gewalt gegen Frauen nachhaltig verhindert werden.

„Jeder Femizid ist ein Verbrechen zu viel. Umso wichtiger ist es, dass wir aktiv an Lösungen arbeiten, um Frauen zu schützen“, so die Geschäftsführerin des bff weiter. „Gemeinsam können wir ein starkes Signal setzen, dass Femizide in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“

Die Broschüre „Femizide verhindern“ steht unten im Anhang sowie auf der bff-Website zur Bestellung oder zum Download hier.